Frauen im Interim Management

Das Unternehmensmanagement und damit auch das Interim Management wurde bisher überwiegend als Männerdomäne wahrgenommen und ist auch nach wie vor hauptsächlich männlich besetzt.

Laut aktueller Studien holen die Frauen mittlerweile aber deutlich auf: Schon 2014 hatte sich der Frauenanteil im Interim Management von 8 Prozent im Vorjahr auf 16 Prozent verdoppelt. In größeren Unternehmen ist die Frauenquote in Management-Funktionen in Festanstellung sogar von 13 auf 30 Prozent gestiegen. Dadurch, dass auch festangestellte Managementposten mit steigender Tendenz an Frauen vergeben werden, ist in Zukunft auch im Interim Management mit mehr Frauen zu rechnen. Wir begrüßen diesen Trend, denn oft verfügen Frauen doch über andere Lösungswege und Führungsstile als Männer.

Viele Unternehmen setzen bereits auf einen Mix von männlichen und weiblichen Mitgliedern in der Chefetage. Zu Recht, wie Studien beispielsweise von McKinsey belegen: Sie zeigen, dass Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil in Führungspositionen auch mehr Gewinn erzielen. Zwar sind die Führungsunterschiede zwischen Männern und Frauen noch nicht abschließend erforscht. Aber dies wird sich vor allem in der Zukunft, wenn mehr Frauen in Führungspositionen sind, abzeichnen. Doch bestimmte Merkmale sind schon jetzt eindeutig auszumachen.

Der Führungsstil von Frauen

Bei Frauen scheinen vor allem die Soft Skills besser ausgeprägt zu sein. So sind sie beispielsweise die besseren Zuhörer und versuchen, jeden Mitarbeiter individuell wahrzunehmen und sich Zeit für ihn zu nehmen. Darüber hinaus geht es Frauen verstärkt darum, Lösungen zu finden, die für jeden akzeptabel sind. Sie haben bei ihrem Tun das Gesamtklima und den Gesamterfolg der ganzen Abteilung im Sinn. Männer hingegen neigen eher dazu, die eigene Position zu verteidigen.

Außerdem ist bei Frauen oftmals die Kommunikationsfähigkeit stärker ausgeprägt in dem Sinne, dass Kommunikation wechselseitig stattfinden soll. Hierbei sollen Wünsche oder Entscheidungen so kommuniziert werden, dass Mitarbeiter sich nicht übergangen fühlen. Diese Vorgehensweise ist für strukturelle Changement-Prozesse, die das ganze Unternehmen oder Bereiche erfassen sollen, erfolgsentscheidend. Dies passt wiederum auch zu den von Frauen bevorzugten flachen Hierarchien, birgt aber die Gefahr von Missverständnissen. Bei Frauen ist zudem das Konkurrenzverhalten viel schwächer ausgeprägt als bei Männern. Auch dies ist ein grundsätzliches Erfolgskriterium für Interim Mandate.

Frauen noch zu häufig „nur" in HR- und Marketing-Themen zu finden

Bereits heute sind in zwei Unternehmensbereiche schon zahlreiche erfahrene Interim Managerinnen zu finden: Im Personalumfeld und im Bereich Marketing/Unternehmenskommunikation. Gerade hier sind ihre sozialen Kompetenzen und Kommunikationsfähigkeiten gefragt. Aber auch im kaufmännischen Umfeld und im General Management durfte ich in letzter Zeit einige spannende Interim Managerinnen kennen lernen.

Es lässt sich übrigens nicht feststellen, dass es biologisch begründete Unterschiede im Führungsstil gibt. Viel mehr sind die jeweiligen Merkmale auf die frühere Erziehung oder die Einwirkung gesellschaftlicher Rollenbilder zurückzuführen. Bei der Erziehung von Mädchen wird mehr Wert auf die soziale Wahrnehmung und das Miteinander gelegt, während Jungen „sich nichts gefallen lassen sollen." Das Geschlecht ist demnach weniger ausschlaggebend, was die generelle Eignung zur Führungsposition betrifft. Vielmehr ist das Führen von Unternehmen und Mitarbeitern eine Frage der Persönlichkeit.

PS: Übrigens rief mich gestern der deutsche Partner eines internationalen Private-Equity-Unternehmens an. Dieses in den USA sitzende Unternehmen wurde u. a. von einer Frau mit gegründet, die es heute auch noch als Co-Managerin leitet. Da dies im Finanz-Umfeld wohl auch in den USA noch sehr selten ist – und „Diversity" dort bereits eine ganz andere Compliance-Bedeutung hat- werden sie allein deshalb aktuell verstärkt von institutionellen Investoren angefragt. Somit sind auch Frauen in Führungsfunktionen dort mittlerweile ein echter weiterer Wettbewerbsvorteil. Denn gerade in den USA hält sich die landläufige Meinung, dass es nicht zu der Finanzkrise 2009 gekommen wäre, wenn mehr risikoablehnende Frauen als Finanzmanager tätig gewesen wären.

Natürlich wollen sich Frauen nicht allein deshalb für Aufgaben qualifizieren, weil sie eben Frauen sind. Aber in Zukunft werden sicherlich auch mehr Frauen im Interim Management neue Akzente setzen.

 

Über die Interim Profis

Wir Interim Profis vermitteln erfahrene Interim Manager in vorwiegend mittelständisch geprägte Unternehmen, die aufgrund unterschiedlichster Faktoren aktuell nicht genügend Management – Ressourcen zur Verfügung haben...oder sich für einen befristeten Zeitraum in einem Projekt verstärken wollen. Wir sind branchenunabhängig und international tätig. Dabei stehen wir zu 100 % hinter unserem Firmenmotto: Schnell, fair und effizient!

Bei der Auswahl unserer handverlesenen Führungspersönlichkeiten ist uns Wissen, Erfahrung und nachweisbare Erfolge aus abgeschlossen Projekten besonders wichtig. Dafür bedarf es absoluter persönlicher Integrität, maximaler Zielorientierung und der Fähigkeit, konstruktiv im Team zusammen zu arbeiten. Somit arbeiten wir auch nur mit echten Interim Profis zusammen.