Brasilien - Eine Großmacht
in der Krise

Mit 204 Millionen Einwohner ist Brasilien eines der größten Länder der Welt, welches trotz seiner Stellung als wirtschaftliche Großmacht aktuell von einer Krise in die nächste gerät.

Besonders die letzten drei Jahre waren sowohl wirtschaftlich, als auch politisch schwarze Jahre für das sonnige Paradies. Eine aktuelle Einschätzung des DIHK soll Aufschluss darüber geben, wie es so weit kommen konnte und wie die Prognosen aussehen.

 

Rezession und Korruption haben Brasilien in der Hand

Der einst wirtschaftlich blühende Staat wurde von einer tiefen Rezession eingeholt und wird dieses Jahr, das zweite Mal in Folge, mit einem negativen Bruttoinlandsprodukt abschließen. Die Prognosen gehen von einer BIP-Entwicklung von -3,8 % für das Jahr 2016 aus.

Die Gründe dafür sind vielfältig, denn die brasilianische Wirtschaft ist dank eines wirtschaftlichen Protektionismus stark abhängig von einer Handvoll Konzernen. Am stärksten beeinflusst der Öl-Konzern Petrobrás das Wirtschaftsvolumen. In der Vergangenheit hatte der hohe Ölpreis rund 10% der Staatseinnahmen ausgemacht. Mittlerweile befindet sich Petrobrás und die Zuliefererbranchen allerdings in einem Korruptionsskandal und ist dadurch deutlich angeschlagen. Dies liegt unter anderem am niedrigen Ölpreis, der auch die Nachbarländer, wie z.B. Ecuador in Mitleidenschaft zieht. Davon betroffen sind zudem auch die anderen, für Brasilien wichtigen, Rohstoffunternehmen. Das eines der wichtigsten Bauunternehmen des Landes, die Odebrecht AG., in einen weiteren Korruptionsskandal verwickelt ist, rundet die Krisensituation ab.

Ein besorgniserregender Zustand, wenn man bedenkt, dass das Land nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch äußert instabil aufgestellt ist. Die Wahlen 2014 haben zwei große Lager deutlich gemacht. Auf der einen Seite das bürgerliche Lager, welches aus den südlichen, wirtschaftlich starken Bundesstaaten besteht. Die andere Seite bildet der ärmlichere, landwirtschaftliche Norden Brasiliens. Der Norden, als Hochburg der Arbeiterpartei PT hat sowohl die kürzlich abgesetzte Präsidentin Rousseff, sowie dessen Vorgänger Lula da Silva gestellt. Während der ohnehin angespannten politischen Lage durch die bestehenden Korruptionsskandale auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene, verschärft sich die Lage durch Rousseffs Absetzung und dem damit verbundenen dramatischen Machtwechsel.

Angesichts dieser Entwicklungen ist es kaum verwunderlich, dass die brasilianische Bevölkerung ihr Vertrauen in den Staat verloren hat.

 

Gründe des wirtschaftlichen Zusammenbruchs

Eine jahrelange Überbewertung des Real, sowie überteuerte Preise führten dazu, dass Brasilien auf dem Weltmarkt nahezu wettbewerbsunfähig war. Nur 6% der in Brasilien gefertigten Produkte gehen in den Export. In Zeiten des Wirtschaftswachstums sollte dies kein Problem darstellen. Da der Real jedoch um bis zu 30% (gegenüber dem Dollar) abstürzte, hatte diese Politik weitreichende Folgen auf dem Inlandsmarkt. Ein hoher Kaufkraftverlust, dem Brasilien nicht gewachsen ist. Die Folge: Das einst so starke Bestreben, durch Sozial- und Beschäftigungsprogramme die Menschen aus der Armut in den Mittelstand zu verhelfen, ist einer Arbeitslosigkeit von über 10 % (2016) gewichen. Zum Vergleich, im Jahr 2015 lag diese noch bei 6,8 %.

 

Brasiliens Krise als Investitionschance deutscher Unternehmen

Die deutsche Wirtschaftsbeziehung zu Brasilien könnte kaum besser laufen, sind doch rund 2000 deutscher Unternehmen in Brasilien vertreten und für 15 % der Industrieproduktion verantwortlich. Nicht umsonst wird São Paulo als größtes deutsches Industriegebiet bezeichnet.

In den Jahren 2009 bis 2013, in denen die brasilianische Wirtschaft boomte, sind mehr als 250 deutscher Unternehmen nach Brasilien gekommen. In diesen Krisenzeiten üben sich die Unternehmen allerdings in Zurückhaltung und legen ihre Investitionspläne erstmal auf Eis. Dabei wäre gerade jetzt eine gute Möglichkeit antizyklisch in den Markt einzusteigen und Investitionen zu tätigen. Der niedrige Real und die angeschlagenen kleinen und mittelständigen brasilianischen Unternehmen ermöglichen die Partnersuche oder den Erwerb an Anteilen nationaler Unternehmen.

Wann sich Brasiliens Wirtschaft erholt und die derzeitige Krise überwindet ist schwer vorhersehbar. Allerdings sollte man das Potenzial dieser Großmacht Lateinamerikas nicht unterschätzen. So zeigt die Vergangenheit, dass sie es bisher immer gemeistert haben, gestärkt aus einer Krise hervorzugehen. Erste Anzeichen sind sichtbar: So nimmt das Freihandelsabkommen des Mercosur Bündnisses mit der EU langsam Fahrt auf und auch die Olympischen Spiele sollen nur ein erster Anfang sein, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

 

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