Von Dr. Bodo R. V. Antonic

Wann hören wir endlich auf so zu tun, als ob Krisen überraschend kämen?

Es ist mal wieder Krise. 2001-2009-2020. Alle 10 Jahre kommt die Krise über uns und jedes Mal tun wir aufs Neue so, als ob es noch nie eine Krise gegeben hätte. Propheten des Untergangs haben nun ihre Hochphase, delektieren sich an dem selbstproklamierten Armageddon. Die Kakophonie der Heilsbringer schwillt ins Unermessliche an.

Automotive Branche schneller als gedacht

Wann hören wir endlich auf so zu tun, als ob Krisen überraschend kämen?

Alle Jahre wieder

Es ist mal wieder Krise. 2001-2009-2020. Alle 10 Jahre kommt die Krise über uns und jedes Mal tun wir aufs Neue so, als ob es noch nie eine Krise gegeben hätte. Propheten des Untergangs haben nun ihre Hochphase, delektieren sich an dem selbstproklamierten Armageddon. Die Kakophonie der Heilsbringer schwillt ins Unermessliche an.

Doch halt. Ist das alles ach so neu? Alle 10 Jahre eine neue Wirtschaftskrise, alle 5 Jahre ein neues Virus. Nein, das ist keine unvorhersehbare Krise. Es ist Standard und wir müssen uns gefälligst darauf einstellen.

Was ist zu tun?

Ganz einfach: Analysieren-planen-handeln-optimieren. Und vor allem etwas tun, denn sonst verharren wir in der Schockstarre. Ergo: Tauen Sie Ihre Mitarbeiter rasch auf. Noch besser: Lassen Sie sie erst gar nicht einfrieren. Die bewegte Organisation ist nun key.

In der Krise sind wir gezwungen, schnell die Lage zu erfassen, beherzt zu handeln und ohne Schnörkel zu managen. Krise ist keine Zeit zum Experimentieren, es ist eine Zeit zu Handeln, auf bewährte Verhaltensmuster zurückzugreifen bzw. ganz typische Fehler zu vermeiden.

Vier Todsünden

Aktionismus: Krisen erzeugen Angst und Ohnmacht. Um diese zu überspielen, neigen wir dazu wie aufgescheuchte Hühner umherzurennen und durch Aktionismus unsere Angst zu überspielen. Wir neigen in der Krise dazu, Ohnmacht mit Tun zu kompensieren. Doch das Gegenteil ist vonnöten. Als Führungskraft muss man jetzt beruhigen.
Tipp: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter beschäftigt sind. Geben Sie kurze, klare Handlungsanweisungen, halten Sie die Menschen beschäftigt. Vermindern sie Leerläufe. Das hält Ihre Mannschaft auf Trab und sorgt für Phasen, in denen Sie über die Lösung nachdenken können

Kopf im Sand: Menschen haben an sich schon Angst vor Entscheidungen, in Krisen verstärkt sich das Gefühl. Verlangen Sie daher nicht, dass Ihre Mitarbeiter Entscheidungen treffen. Interessant sind jedoch die Mitarbeiter, die jetzt erstmalig Führungsstärke zeigen wollen.
Tipp: Beobachten Sie sehr genau, wer in der Krise sein Führungsverhalten ändert. Achten Sie sehr genau darauf, wer sich selbst entzaubert und wer in der Krise über sich hinauswächst.
Tipp: Command & Control funktioniert in der Krise sehr gut. Voraussetzung ist, daß Sie bei Ihren Mitarbeitern ein Vertrauen aufgebaut haben. Achten Sie in der Krise genau auf Ihre kommunikativen Signale. Diese müssen immer Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen.

„Sich verzetteln": Schon im Normalfall Menschen neigen Menschen dazu, sich zu verzetteln – in der Krise wird dies zumeist schlimmer. Ein kopfloses Huhn kann selten die Richtung halten. Es gibt jedoch eine zentrale Frage in der Krise, die Ihnen und den Mitarbeitern orientierender Fixstern sein kann.

„Was sichert die Zukunft?"

Die Antwort ist so schnell gegebene, wie sie offensichtlich ist. Wir müssen 4 Punkte im Fokus behalten.

  • Liquidität
  • Schlüsselkunden
  • Schlüsselmitarbeitern
  • Schlüssellieferanten

Tipp: Je nach Natur der Krise mag die Reihenfolge hinsichtlich der Kriterien Schlüsselkunden, Schlüsselmitarbeitern und Schlüssellieferanten abweichen; die Liquidität hat jedoch immer oberste Priorität.

Inkonsequenz: In unsicheren Zeiten lassen sich Ziele und die Zielerreichung immer nur kurzfristig formulieren. Wir segeln auf Sicht. Ständig muss man die Massnahmen anpassen. Was heute richtig ist, kann sich morgen schon als weniger sinnvoll erweisen. Darf man deswegen stehenbleiben? Nein.
Tipp: Setzen Sie daher sehr stark auf Bewegung. In der Krise muss man geschmeidig und locker in der Hüfte bleiben. Seien Sie konsequent und fordern Sie nachdrücklich die von Ihnen angeordneten Massnahmen ein. Müßiggang in der Cafeteria ist in der Krise nicht förderlich. Verhindern Sie konsequent Freiräume, in denen Mitarbeiter rumstehen und dabei Ängste entwickeln.

In der Krise ist nach der Krise

Wir haben alle derzeit Krise, Corona ist allüberall. Jeder von uns ist von der Pandemie betroffen. Doch die Krise wird sich in absehbarer Zeit abflachen. Daher müssen wir heute darüber nachdenken, wie wir uns auf die Phase nach Corona vorbereiten. Um dann auch umgehend Gas geben zu können, wenn die Ampeln auf Grün stehen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich von der Konkurrenz abzusetzen.
Tipp: Bereiten Sie sich darauf vor aus den Startblöcken zu sein, wenn Ihre Konkurrenz sich noch selbst bedauert.

Autor Dr. Bodo R. V. Antonic: Wann hören wir endlich auf so zu tun, als ob Krisen überraschend kämen?

Umsatzeinbrüche, Entlassungswellen und Kostenkürzungsmassnahmen. Alle 10 Jahre der gleiche, wiederkehrende Rhythmus. Alle 10 Jahre werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Für mich erstaunlich, da wir Menschen uns als angeblich lernfähig bezeichnen. Wann fangen wir endlich an, aus den Vorkrisen zu lernen und uns auf diese vorzubereiten? Und wann fangen wir an, in der Krise nicht immer wieder die gleichen Fehler zu begehen?

Hier erfahren Sie mehr über Dr. Bodo R. V. Antonic: https://www.bodo-antonic.de