Ohlala - Hitzige Diskussion beim Private Equity Forum mit Pia Poppenreiter

In der letzten Woche war Pia Poppenreiter – die Gründerin der Online-Plattform „ Ohlala" – zu Gast beim Private Equity Forum NRW.

Der Abend aus der Reihe „Investor Circle" stand unter dem Titel „Gründen Frauen anders?".

Zusammen mit meiner Vorstandskollegin Natascha Grosser vom Privat Equity Forum habe ich diesen Abend initiiert, um die für unsere Branche so wichtige Diskussion anzustoßen. Üblicherweise sind auf unseren Veranstaltungen immer nur maximal 10% Frauen. Dies galt es – zumindest mal für einen Abend zu ändern.

Über 50 Teilnehmer bei „Gründen Frauen anders"

Es hat funktioniert: Insgesamt kamen über 50 Gründer(innen), Unternehmer(innen) und Finanzierer – darunter waren über 30 Frauen. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Lubert stellte in seiner Begrüßung erfreut fest, dass es auch für ihn ein ungewohnter Anblick sei. Und das Thema des Abends hat viele neue Teilnehmer angesprochen. Es waren viele „neue Gesichter" dabei, so dass schon vor der Veranstaltung erste gute Geschäftskontakte geknüpft werden konnten.

Eröffnet hat den Abend Pia Poppenreiter mit einem Vortrag über ihr durchaus provokantes Geschäftsmodell: „Ohlala" ist eine Art Online-Escort-Service aus Berlin. Pia Poppenreiter, die in Ihrem ersten Berufsleben Investmentbankerin und bei Continental gearbeitet hatte, fragte sich vor einigen Jahren, warum es denn für den Bereich der intimen Kontaktvermittlung noch keine relevante Online-Plattform gibt.

Pia Poppenreiter war klar, dass sie sich hier in ein Feld begibt, dass politisch, gesellschaftlich und juristisch extrem komplex ist. Doch, wie sie sagt, „besteht die Hauptaufgabe eines Unternehmers – egal ob Frau oder Mann – darin, Probleme zu lösen. So wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit und gründete zusammen mit einem Partner zunächst die mobile Web-App „Peppr". Doch die Meinungen der beiden Gründer entwickelten sich konzeptionell auseinander: Es kam zur Trennung.

In Dr. Thorsten Stüber fand Frau Poppenreiter erneut einen Geschäftspartner, der mit ihr zusammen ein arbeitsteiliges „Führungstandem" bildet und gründete „Ohlala". Die konzeptionelle Idee beruht auf aufwendiger Marktforschung und einigen hundert geführten Interviews. Sehr schnell war klar, dass es sich um einen wirtschaftlich relevanten Markt handelt – was ja auch nicht anders zu erwarten war. Aus den Erkenntnissen der geführten Interviews wurde dann ein konkretes Geschäftsmodell entwickelt.

Rege Diskussion mit Pia Poppenreiter über „Ohlala"

Im Anschluss an den Impulsvortrag ging es dann in einen „Schlagabtausch" mit dem Publikum. Für mich persönlich war es erstaunlich, dass die moralische Komponente des Geschäftsmodell von Ohlala zunächst so kontrovers diskutiert wurde.

Doch dann stieg das gut besetzte Panel in das eigentliche Thema des Abends ein. Frau Schaefermeyer von Tengelmann Ventures konnte gute Beispiele aus ihrer Arbeit mit weiblichen Gründern vorstellen. Herr Lubert von Enjoy Venture beschrieb, dass die wenigen durch Frauen eingereichten Businesspläne durchdachter und besser aufbereitet sind.

Leider kam auch nochmals die leidliche Diskussion "Karriere oder Kind" auf. Ich persönlich hoffe sehr, dass diese Diskussion endlich der Vergangenheit angehört. Denn diese Kontroverse sollten wir bei dem heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in Deutschland wirklich nicht mehr führen. Dafür gibt es auch in Deutschland – und im Rest der Welt sowieso- unendlich viele Beispiele das Mann und Frau dieses „entweder-oder" nicht mehr entscheiden müssen: Beides lässt sich heute organisieren!

Aber auch das Publikum steuerte noch wertvolle Beiträge bei. Frau Dr. Ute Willim von der Wirtschaftsförderung Mühlheim sagte, dass sie bei ihrer täglichen Arbeit Frauen deutlich selbstkritischer mit ihrer Geschäftsidee erlebt. Es wird darum gehen, dass Frauen und somit Unternehmerinnen mehr Selbstbewusstsein aufzubauen.

Hierbei können Netzwerke sehr hilfreich sein. So war es nicht verwunderlich, dass das Netzwerken im Anschluss noch bis nach Mitternacht an der Bar weiter ging.

Sollten auch Sie noch Kapital für eine gute Geschäftsidee suchen oder Interesse an einer Finanzierung durch Private Equity Kapital haben, stelle ich gern über das Private Equity Forum den Kontakt her. Kommen Sie auf mich zu.