Stabilisierung der Finanzstruktur bei einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen durch einen Interim CFO

Case Study

Ein mittelständisches Industrieunternehmen stand vor erheblichen Herausforderungen im Einkauf. Fehlende Strukturen, mangelnde Kostentransparenz und eine hohe Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten führten zu steigenden Risiken und ineffizienten Beschaffungsprozessen.

Durch den Einsatz eines erfahrenen Interim Managers im Einkauf konnten innerhalb kurzer Zeit klare Strukturen geschaffen, signifikante Einsparungen realisiert und die Basis für eine nachhaltige Einkaufsstrategie gelegt werden.

Unternehmensprofil

Branche und Marktumfeld

Das Unternehmen ist im projektbasierten Industrieumfeld tätig und agiert in einem technisch anspruchsvollen Markt mit hoher Abhängigkeit von externen Lieferanten und Dienstleistern.

Die Projekte zeichnen sich durch hohe Individualisierung sowie komplexe Fertigungs- und Montageprozesse aus. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an einen leistungsfähigen und strategisch ausgerichteten Einkauf.

Unternehmensstruktur

Das Unternehmen ist mittelständisch geprägt und verfügt über eine gewachsene Organisation mit stark operativer Ausrichtung. Der Einkauf war bislang dezentral organisiert und überwiegend operativ tätig, ohne klare strategische Steuerung.

Beschaffungsaktivitäten waren auf mehrere Mitarbeiter verteilt, teilweise ohne eindeutige Verantwortlichkeiten oder standardisierte Prozesse.

Ausgangssituation und Herausforderung

Ausgangssituation

Vor Projektbeginn war der Einkauf nicht als zentrale Steuerungseinheit etabliert. Beschaffungsvorgänge erfolgten weitgehend nach dem sogenannten „Gebrauchsprinzip“ – also dort, wo der Bedarf entstand.

Eine übergreifende Koordination, Transparenz oder strategische Steuerung war nicht vorhanden.

Konkrete Herausforderungen

Im Detail zeigten sich folgende strukturelle und operative Defizite:

  • fehlende Transparenz über Kosten, Lieferanten und Beschaffungswege
  • dezentrale und unkoordinierte Beschaffung ohne klare Zuständigkeiten
  • keine strategische Lieferantensteuerung
  • hohe Abhängigkeit von einzelnen Schlüssellieferanten (z. B. Stahlbau, Montageleistungen)
  • keine Zielvorgaben für Lieferanten (z. B. Budgets oder Zielpreise)
  • Vorkalkulation im Vertrieb basierend auf Vergangenheitswerten und Annahmen statt belastbarer Daten

Diese Ausgangslage führte zu Ineffizienzen, erhöhten Kosten und eingeschränkter Steuerungsfähigkeit im Projektgeschäft.

Zielsetzung des Interim Mandats

Strategische Ziele

Ziel des Mandats war es, den Einkauf von einer rein operativen Funktion zu einer zentral gesteuerten, strategischen Einheit weiterzuentwickeln.

Im Fokus standen:

  • Schaffung von Kostentransparenz
  • Reduzierung von Lieferantenabhängigkeiten
  • Aufbau einer nachhaltigen Einkaufsstrategie
  • Stärkung der Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten

Operative Aufgabenstellung

Der Interim Manager übernahm die Verantwortung für die Strukturierung und Steuerung des Einkaufs.

Kernaufgaben waren:

  • Bündelung und Koordination aller Beschaffungsvorgänge
  • Einführung standardisierter Einkaufsprozesse
  • Aufbau eines transparenten Kosten- und Materialsystems
  • Entwicklung und Umsetzung einer Mehrlieferantenstrategie
  • Durchführung von Preisverhandlungen und Optimierung der Zahlungsbedingungen
Struktur und echte Erfahrung

Maßnahmen und Vorgehensweise

Strukturierung des Einkaufs

Im ersten Schritt wurde der Einkauf zentralisiert und organisatorisch neu aufgestellt. Beschaffungsvorgänge wurden gebündelt und klare Zuständigkeiten definiert.

Parallel dazu wurden standardisierte Prozesse eingeführt, um eine einheitliche und transparente Vorgehensweise sicherzustellen.

Aufbau von Transparenz und Steuerungsgrundlagen

Zur Verbesserung der Kostentransparenz wurde eine umfassende Materialübersicht auf Basis von Stücklisten aufgebaut.

Diese ermöglicht:

  • Zuordnung von Lieferanten zu einzelnen Komponenten
  • Transparenz über Beschaffungskosten
  • belastbare Nachkalkulation von Projekten

Entwicklung der Lieferantenstrategie

Ein zentraler Hebel lag im Aufbau einer breiteren Lieferantenbasis.

Konkret wurden:

  • neue Lieferanten identifiziert und qualifiziert
  • Ausschreibungen durchgeführt
  • bestehende Abhängigkeiten reduziert
  • Multisourcing-Strukturen etabliert

Verhandlungs- und Cashflow-Optimierung

Zusätzlich wurden gezielte Maßnahmen zur Kosten- und Liquiditätsoptimierung umgesetzt:

  • Neuverhandlung von Preisen für Materialien und Dienstleistungen
  • Einführung eines strukturierten „Saving-Trackings“
  • Verlängerung von Zahlungszielen
  • Einführung von Zahlungsmeilensteinen im Einklang mit Projekt-Cashflows
Grünes Häkchen in einem Kreis (Bestätigungssymbol)

Ergebnisse und erzielte Erfolge

Operative Verbesserungen

  • Etablierung eines zentral gesteuerten Einkaufs
  • Klare Prozesse und Verantwortlichkeiten
  • Deutlich erhöhte Transparenz über Material- und Beschaffungskosten
  • Nachhaltige Stabilisierung der Einkaufsorganisation

Wirtschaftliche Effekte

  • Realisierung von Einsparungen in Höhe von ca. 300.000 € in einem Einzelprojekt
  • signifikante Verbesserung der Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten
  • Optimierung von Zahlungsbedingungen und Liquidität

Nachhaltige Veränderungen

  • Ausbau der Lieferantenbasis (z. B. im Stahlbau von 1 auf 4 Lieferanten)
  • Einführung einer Mehrlieferantenstrategie für kritische Leistungen
  • erfolgreiche Qualifizierung und Integration neuer Lieferanten in den Produktionsprozess
  • hohe Akzeptanz der neuen Einkaufsstruktur im Unternehmen

Ein wesentlicher Indikator für den Erfolg: Die Rolle des Einkaufs wird intern nicht mehr hinterfragt, sondern als zentraler Werttreiber anerkannt.

Das Projekt zeigt deutlich, welchen Hebel ein professionell aufgestellter Einkauf für Industrieunternehmen bietet.
Durch die Kombination aus struktureller Neuaufstellung, strategischer Lieferantenentwicklung und konsequenter Kostensteuerung konnten sowohl kurzfristige Einsparungen realisiert als auch nachhaltige Wettbewerbsvorteile geschaffen werden.

Der Einsatz eines erfahrenen Interim Managers ermöglichte es, diese Transformation schnell, pragmatisch und mit klar messbaren Ergebnissen umzusetzen.

Dr. Richard Herfort
Interim Manager für Supply Chain Management, Transport-, Lager- und Umschlagprozesse sowie ERP-Optimierung
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