5 Tage - 5 Thesen:
Die Energiewende
in Deutschland - Teil 3

Heute lesen Sie hier den zweiten Teil von 5 Tage – 5 Thesen zum Thema Engergiewende in Deutschland:

Befragt haben wir hierzu Aiko Bernehed, dem Gründer des Unternehmens Hyperion Energy. Er ist Physiker und Informatiker und hat während seines Studiums eine solarthermische Anlage entwickelt. Mit seiner Firma wird er eigene Solarkraftwerke planen und bauen, die rund um die Uhr und während des gesamten Jahres grünen Strom zu wirtschaftlichen Preisen liefern. Dies ist jetzt seine 3. These

These 3

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die damit verbundene Einspeisevergütung führt zu einer starken Ungleichbehandlung der Stromkunden.

Die Einspeisevergütung und damit die EEG-Umlage funktioniert nach dem sogenannten Verursacherprinzip: Wer Strom aus dem Netz kaufen muss, zahlt die EEG-Umlage, die Kleinanlagenbetreiber, also beispielsweise Eigenheimbesitzer mit einer Solaranlage, in Form der Einspeisevergütung wieder zurückerhalten. Durch diese Umlage und den hohen Strompreis liegen die Amortisationszeiten für Neuanlagen heute je nach System und Lage zwischen 7 und 15 Jahren.

Das Problematische an der Sache ist, dass in Zukunft mehr und mehr Stromerzeuger auftreten werden und weniger Kunden die Kosten der Altlasten werden tragen müssen. Dies hat zur Folge, dass die Strompreise nach konservativen Schätzungen auf 28 ct/kWh steigen würden. Einzelne Untersuchungen gehen sogar von bis zu 33 ct/kWh aus. Die Schwankungsbreite entsteht durch unterschiedliche Zukunftsszenarien. Durch Aufbau einer eigenen Photovoltaikanlage lassen sich diese Kosten umgehen, doch kommt diese Möglichkeit fast nur für gut gestellte Eigenheim- und Landbesitzern in Frage. Vor allem in den zentralen Ballungsgebieten wohnt ein Großteil der Bevölkerung mit niedrigem bis mittlerem Einkommen in Mietwohnungen, deren Bewohner nicht die Möglichkeit haben eigene Flächen mit Stromerzeugungsanlagen zu bebauen, sodass hier durch das EEG indirekt eine gravierende Ungleichbehandlung von Statusgruppen auftritt. Natürlich ist die Energiewende ein langfristig angelegtes Projekt, aber dennoch kann dieser Wandel nicht ausschließlich auf Kosten der städtischen Bevölkerung umgesetzt werden.

 

Morgen lesen Sie hier die dritte These von Aiko Bernehed.

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