Compliance: Wichtig auch für Interim Manager

Nicht erst seit Bankenkrise, VW, ADAC, DFB und Ergo wissen wir, dass das ethische und moralische Verhalten eines jeden einzelnen Mitarbeiters für die öffentliche Wahrnehmung eines Unternehmens entscheidend sein. Gerade aktuell ist Compliance deshalb in aller Munde: Ein sauberes Image ist aber nicht nur ein Thema der Markenpflege sondern ein ganz knallharter Wirtschaftsfaktor. Somit ist es selbstverständlich, das sich auch ein Interim Manager in ein bestehendes CMS (=Compliance Management System) einfügen oder unter Umständen in seinem Kundenunternehmen ein Solches einführen müssen.

Am letzten Mittwoch lud die Rechtsanwaltkanzlei Tigges & Partner im Rahmen ihrer neuen Veranstaltungsreihe für Geschäftsführer zu diesem Thema in ihre Kanzleiräume am Zollhof nach Düsseldorf ein.

In der „ausverkauften“ Veranstaltung informierten sich ca. 50 Teilnehmer- unter Ihnen auch mehrere uns bekannte Interim Manager – über die juristische, ethische und wirtschaftliche Ebene von Compliance in mittelständischen Unternehmen.

Prof. Dr. Makowicz von der Compliance Academy warnte sehr eindringlich vor den Folgen für Unternehmen bei Compliance-Verstößen einzelner Mitarbeiter.

Um einige zu nennen: Sanktionen, Reputationsschäden, Umsatzeinbußen, persönliche Haftungsfragen, juristische Folgen und Vertrauensverlust von Kunden, Lieferanten und Investoren

Bei Compliance-Anforderungen muss man zwei Arten unterscheiden:

  1. Anforderungen, die juristisch erfüllt werden müssen
  2. Anforderungen, die sich eine Organisation freiwillig auferlegt

Gerade bei den freiwilligen Anforderungen sind wir sehr schnell bei ethischen bzw. moralischen Vorgaben, die untrennbar mit dem individuellen Wertekodex einer Organisation verknüpft sind.

Deshalb sind auch nicht immer Juristen verantwortlich für die Compliance-Vorgaben in Unternehmen. Einer Umfrage der Compliance-Akademie zur Folge ist dies nur bei ca. 30% der Fall, während weitere 30% BWL´er sind und auf „Übrigen“ die letzten 40% entfallen.

Sehr hilfreich bei einer kompletten Neueinführung eines CMS ist die seit April dieses Jahres bestehende Norm ISO 19600. Entlang dieses Prozesses können sich auch kleinere mittelständische Unternehmen „entlanghangeln“ ohne zu viele Kapazitäten und Manpower zu binden. Erfahrungsgemäß ist es für Unternehmen auch relativ einfach umsetzbar, wenn es bereits Erfahrung mit anderen ISO-Zertifizierung z.B. die 9001er (Qualität) oder der 14001er (Umweltschutz) hat. Im Unterschied zu diesen beiden Zertifizierungen gibt aber bei der 19600ger keine offizielle Auditierung oder Zertifizierungsabnahme-Möglichkeit.

Um weitere Kapazitäten zu schonen, sollte man auch versuchen, das CMS in andere bestehende Prozess wie z.B. das Risikomanagement-System zu integrieren und kein komplett eigenständiges System im Unternehmen aufzubauen. Dabei sollten immer zwei Ebenen betrachtet werden: das Innen- und das Außenverhältnis.

Zum Schluss wurde nochmals unter den Teilnehmern heftig diskutiert, dass es auch mit dem besten CMS keinen 100%tiger Schutz vor relevanten Verstößen wie im Kartellrecht, Arbeitsrecht, Bestechung, Umweltvergehen, Produktpiraterie, Unterschlagung gibt. Denn am Ende sind es immer einzelne Personen, die sich falsch verhalten. Und immer, wenn man mit Menschen zu tun hat, gibt es keine Null-Fehler-Quote. Trotzdem sollte aber ein entsprechendes System definiert sein, denn ohne wird es in Zukunft nicht mehr gehen.

Beim Einführung eines Maßnahmenkataloges ist aber vor allem eines wichtig: Es ist ein Top-Down-Thema und muss maßgeblich von der Unternehmensführung getragen und getrieben werden. Nur dann hat ein solches System auf der moralischen Ebene überhaupt eine Chance. Erst recht, da es ein typischer kontinuierlicher Verbesserungsprozess (= KVP) ist.

Wer sich noch umfassender Informieren will, findet hier ein umfassendes Online-Magazin komplett zum Thema „Compliance“.

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine gut etablierte Compliance-Kultur wirkungsvoll vor strafrechtlichen Folgen schützt. Aber noch entscheidender als die juristische Komponente sind die konkret definierten Werte, Standards und Verhaltensnormen, die innerhalb einer Organisation für alle einheitlich festlegt werden. Dies bilden somit Verhaltens-Leitplanken für jeden einzelnen Mitarbeiter.

Ist es auch für Ihren Interim Manager wichtig, sich in Ihr Compliance-System ein zu fügen? Oder möchten auch Sie in Ihrem Unternehmen ein Compliace-Management-System einführen? Gern unterstützen wir Sie mit einem entsprechenden Projektleiter.

Über die Interim Profis

Wir Interim Profis vermitteln erfahrene Interim Manager in vorwiegend mittelständisch geprägte Unternehmen, die aufgrund unterschiedlichster Faktoren aktuell nicht genügend Management – Ressourcen zur Verfügung haben…oder sich für einen befristeten Zeitraum in einem Projekt verstärken wollen. Wir sind branchenunabhängig und international tätig. Dabei stehen wir zu 100 % hinter unserem Firmenmotto: Schnell, fair und effizient!

Bei der Auswahl unserer handverlesenen Führungspersönlichkeiten ist uns Wissen, Erfahrung und nachweisbare Erfolge aus abgeschlossen Projekten besonders wichtig. Dafür bedarf es absoluter persönlicher Integrität,  maximaler Zielorientierung  und der Fähigkeit, konstruktiv im Team zusammen zu arbeiten. Somit arbeiten wir auch nur mit echten Interim Profis zusammen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit einem Sternchen markiert *